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| Was TeX ist |
| Was LaTeX ist |
| Was LaTeX nicht ist |
| Wo es das alles gibt |
| Was ich selbst mit LaTeX zu tun habe |
TeX ist ein
Satzprogramm. Seine Stärken liegen im Bereich Text- und Formelsatz.
Entwickelt wurde TeX von Donald Knuth, weil es seinerzeit kein
Computersatzprogramm gab, das seinen Ansprüchen genügte. Vielfach ist das
Gerücht zu finden, er habe TeX aus reiner Menschenfreundlichkeit entwickelt
und dabei den Anwender im Auge gehabt. Dieses Gerücht trifft nur insofern
zu, dass er die Software auf den einzigen damals existierenden Anwender
zugeschnitten hat, nämlich sich selbst. Menschenfreundlichkeit lag trotzdem
vor, jedoch weniger bei der Entwicklung von TeX als bei der Freigabe der
Sourcen. TeX ist in Web geschrieben, einem System für das sogenannte
literate programming, das Knuth ebenfalls selbst entwickelt hat.
Der Quellcode in Web ist dabei also gleichzeitig die Dokumentation von TeX.
Mit einem speziellen Programm wird daraus dann der Pascal-Quellcode
extrahiert.
Inzwischen wird jedoch eine C-Version von TeX gepflegt. Dieses Web2C ist die Grundlage aller modernen TeX-Distributionen. Da die Sourcen frei verfügbar sind, gibt es TeX für nahezu jede Rechnerplattform und nahezu jedes Betriebsystem. Die bekanntesten sind MikTeX für Windows sowie TeX Live für Linux und Windows. Ich selbst verwende hauptsächlich TeX Live unter Linux.
Die meisten Linux-Distributionen enthalten ebenfalls TeX. Allerdings ist das teilweise noch ein veraltetes teTeX 3.0. Die eigenständige Weiterentwicklung von teTeX mit eigenem texmf-Baum ist inzwischen eingestellt. Stattdessen wird teTeX nun nur noch als Bestandteil von TeX Live weiterentwickelt. Für Debian-Systeme gibt es inzwischen TeX Live über den Paketmanager. OpenSuSE-Anwender werden mit Teilen von TeX Live getröstet.
Ich bevorzuge jedoch eine vollständige TeX Live Installation. Die Installation von einer TeX-Collection-DVD ist dabei allerdings oftmals eher langsam – besonders bei abgeschaltenem DMA. Schneller geht die Installation von der TeX-Live-Inst.-CD oder einfach von einem gemounteten Image. Die Installation sollte genau so erfolgen, wie sie auf der DVD angegeben ist. Dabei auch keine Optionen verändern. Anschließend dann eine Datei /etc/profile.d/texlive.sh mit folgendem Inhalt anlegen:
#
# texlive.sh
# Use TeX-Live instead of SuSE-teTeX
#
for TL_YEAR in 2007 2005 ""; do
[ -d /usr/local/texlive/${TL_YEAR} ] && break;
done
if [ -n "$TL_YEAR" ]; then
TL_BIN=`uname -i`-linux
if [ -d /usr/local/texlive/${TL_YEAR}/bin/${TL_BIN} ]; then
export PATH="/usr/local/texlive/${TL_YEAR}/bin/${TL_BIN}:$PATH"
export MANPATH="/usr/local/texlive/${TL_YEAR}/texmf/doc/man:$MANPATH"
export INFOPATH="/usr/local/texlive/${TL_YEAR}/texmf/doc/info:$INFOPATH"
# Let's deactivate the nonsense of tetex.sh:
unset TEXMFCNF
else
echo "Failed to init TeX Live!" >&2
fi
else
echo "Failed to init TeX Live!" >&2
fi
# eof
Jetzt sollte man sich einmal abmelden und neu anmelden, damit die neuen Einstellungen auch verwendet werden. Es ist jedoch nicht notwendig neu zu booten!
Das Script dürfte sowohl für TeX Live 2005 (obsolet) als auch für TeX Live 2007 funktionieren. Sollte es inzwischen eine noch neuere Version geben, muss das Script entsprechend angepasst werden!
Übrigens sind bei TeX Live nur wirklich, wirklich, wirklich freie Fonts dabei. Wer Schriften verwenden will, die zwar kostenlos aber in irgend einer Hinsicht nicht ganz frei sind, der findet in TeX Live das Script getnonfreefonts-sys. Das einfach einmal als root starten und schon werden eine Reihe zusätzlicher Fonts installiert. Aber bitte erst nachdem die TeX-Live-Installation abgeschlossen ist.
LaTeX
ist ein plattformunabhängiges Makropaket für TeX. Mit diesem Makropaket wird
ein sogenanntes TeX-Format erzeugt. Dieses wird dann entweder automatisch
geladen, indem man das Programm tex unter dem Namen latex
startet, oder das Format wird als Parameter an das Programm tex
übergeben. LaTeX setzt also TeX zwingend voraus. Bei allen aktuellen
TeX-Distributionen ist unter anderem auch LaTeX enthalten.
LaTeX stellt eine ganze Reihe von Befehlen und Umgebungen für semantisches Markup zur Verfügung (ähnlich HTML). Das Aussehen wird dann von den LaTeX-Klassen und LaTeX-Paketen bestimmt (ähnlich den CSS bei HTML). Diese Klassen und Pakete können außerdem den Befehlsumfang von LaTeX erheblich erweitern.
Für mich ist LaTeX das Werkzeug, um Texte aller Art zu setzen. Die oft angetroffene Behauptung, LaTeX wäre nur für Naturwissenschaftler ist schlicht falsch. Ich kenne beispielsweise Theologen, die sich ein Arbeiten ohne LaTeX nicht mehr vorstellen könnten.
LaTeX ist weder eine WYSIWYG-Textverarbeitung noch ein DTP-Programm. Es gibt zwar Software, um LaTeX wie eine WYSIWYG-Textverarbeitung einzusetzen (beispielsweise Lyx), diese wird von mir jedoch nicht eingesetzt. Ich bevorzuge emacs oder Xemacs mit AucTeX.
LaTeX ist auch keine Bildbearbeitungs-Software. Es ist jedoch mit Hilfe des graphics Pakets sehr einfach möglich, Grafiken in LaTeX-Dokumente einzubinden.
TeX und LaTeX sowie Informationen dazu gibt es bei DANTE e.V.. DANTE ist ein deutschsprachiger Anwenderverein zur Unterstützung und Verbreitung von TeX. Es gibt einen internationalen Verbund von ftp-Servern, über die TeX und alles, was dazu frei verfügbar ist, verbreitet wird. Dieser Verbund nennt sich CTAN. Der Link auf CTAN leidet zeitweilig unter einem DNS-Problem des Providers. Das ist aber nicht weiter schlimm, da Informationen zu CTAN auch bei DANTE zu finden sind.
Da ich bereits seit Jahren ein begeisterter LaTeX-Anwender bin und mich gleichzeitig mit Typografie beschäftige, habe ich auch eine ganze Reihe von Klassen und Paketen für LaTeX entwickelt. Diese werden unter dem Namen KOMA-Script verteilt.
Da mir die Standardklassen, die zu LaTeX gehören, immer zu unflexibel waren, liegt ein Schwerpunkt bei der Weiterentwicklung von KOMA-Script in der Flexibilität. KOMA-Script ist ebenfalls auf CTAN zu finden, beispielsweise unter: macros/latex/contrib/koma-script. Beim Studium des Verzeichnisses sollte man mit dem README beginnen und der Installationsanleitung fortfahren. Danach sollte es genügen, das TEXMF-Archiv herunterzuladen und nach der Anleitung zu installieren.
Für die Weiterentwicklung von KOMA-Script, inbesondere für
die Dokumentation und die Übersetzung der deutschen Dokumentation in andere
Sprache, werden immer Helfer gesucht. Näheres dazu ist dem KOMA-Script Documentation
Project zu entnehmen. Dort ist auch eine Liste der aktuellen
Aufgaben zu finden. Wenn Sie sich nicht scheuen, 260 Seiten Anleitung als PDF-Datei
herunterzuladen, können Sie dies ebenfalls tun. Allerdings darf diese
Anleitung unabhängig von KOMA-Script nicht weiterverbreitet
werden!
Zu den Themen KOMA-Script und Typografie biete ich auch Vorträge an. Wer sich dafür interessiert und mich bei passender Gelegenheit einladen will, einen dieser Vortäge zu halten, findet Informationen auf der Vortrags-Seite.
Gerade Anfänger haben oftmals Probleme bei der Erstellung ihrer ersten LaTeX-Dokumente. Eigentlich gibt es dafür keinen Grund, da es genügend freie Dokumentation zu LaTeX gibt. Trotzdem werde ich immer wieder gebeten, doch ein Beispieldokument zur Verfügung zu stellen. Nach langem Zögern habe ich jetzt beschlossen, meine Studienarbeit von 1992 neu mit LaTeX zu setzen und die Quellen als ZIP-Archiv zur Verfügung zu stellen. Möge jeder damit tun, was er für richtig hält.
Demnächst wird es LaTeX-Beispiele von mir auch bei einem Anbieter freien Webspaces geben. Diese von Edelweiss Medienwerkstat.at gesponsorten Seiten befinden sich derzeit im Aufbau. Es ist deshalb damit zu rechnen, dass Links auf meine dortigen Seiten auch einmal längere Zeit nicht funktionieren.
Ein anderes Problem der LaTeX-Anfänger ist, dass sie häufig schlechte Ratschläge, Anleitungen und Vorlagen erhalten. Deshalb bin ich dabei einen sehr einfaches Perl-Programm zur Validierung vor allem der Präambel eines LaTeX-Dokeuments zu schreiben. Dank Reiner Steib ist der Test Über ein entsprechendes Formular auch online verfügbar.
| Nach oben | Letzte Änderung: Markus Kohm, 2008-08-12 |